4. Kinderanalytisches Symposium "Traum und Phantasie id Kinder- u Jugendlichenpsychoanalyse und Psychotherapie"
»Die Träume, die wir suchen, finden sich bei Kindern. Sie sind kurz, klar, kohärent, leicht zu verstehen, unzweideutig und doch unzweifelhafte Träume. Glauben Sie aber nicht, daß alle Träume von Kindern dieser Art sind. Auch die Traumentstellung setzt sehr früh im Kindesalter ein … « (S. 124)
Freud, S. (1916). VORLESUNG: KINDERTRÄUME. GESAMMELTE
WERKE: XI, 124-135.
Die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Traum und seinen Äquivalenten in der gegenwärtigen Praxis der Kinderpsychoanalyse steht im Mittelpunkt der Tagung. Sigmund Freud entwickelte in Wien die Psychoanalyse und die moderne Traumdeutung. In seinen Schriften finden sich die ersten Bezüge auf Kinderträume. Die Kinderanalyse hat ebenfalls ihren Ursprung im Wien der 20er und 30er Jahre, mit den Pionierinnen Hermine Hug-Hellmuth und Anna Freud, und in Berlin mit Melanie Klein.
Jede psychoanalytische Schule fühlte sich Freuds Traumdeutung verpflichtet, diese trat jedoch in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mehr und mehr in den Hintergrund. Traum, Tagtraum, Phantasie und Spiel wurden in der Kinderanalyse ursprünglich gleichrangig behandelt. Die verschiedenen, oft gegensätzlichen psychoanalytischen Richtungen behandeln Kinderträume und ihre Deutung unterschiedlich.
Wie sieht dies heute aus? Auch die Neuropsychoanalyse befasst sich mit den Träumen und versucht aus dieser Perspektive Freuds Postulat von der wunscherfüllenden Funktion des Traumes und seiner Funktion als Beschützer des Schlafs in Einklang mit der modernen Forschung zu bringen. Ziel der Tagung ist die Überprüfung psychoanalytischer Traumkonzepte heute und die Frage ihrer Relevanz in der gegenwärtigen klinischen Praxis der Behandlung von Kindern und Jugendlichen.


